sequenzen

bewegung bestimmt unser sein. bewegung ist auch bestandteil meiner bilder, papiere und filme. punkt, linie, fläche, körper, raum und zeit durchdringen sich darin. das, was ich versuche, suche und finde, bewegt sich im spannungsfeld von ästhetischen grundlagenversuch, kunst und design. wie der naturwissenschaftler aus theoretischen ansätzen  den micro- und macrokosmos untersucht, ist mein bestreben allein aus ästhetischen Ansatzpunkten bestimmt. formen und farben in ihren entwicklungen, überlagerungen und seriellen bewegungen zu erfinden und zu erforschen, damit die vielfalt unseres lebens universell zum ausdruck bringen, mit  ordnung, gesetzmäßigkeit, wandlung, entwicklung, bruch bis hin zum chaos, ist meine antwort auf fragen der zeit. die sequenzen, die entstehen, sind geprägt von gesetz und zufall und von stetiger oder plötzlicher veränderung. die fortschreitende bewegung nach objektiven oder subjektiv bestimmten schritten, in einzelnen bildern, papieren, objekten oder filmen festgehalten, nimmt dies auf oder kollidiert mit ihnen. das „aufgehen ohne rest“, das konkreter kunst  oft eigen ist, wird damit gebrochen. das prinzip setzt sich durch oder unterliegt. synthetische filme sind letztlich die konsequenz. die den filmkadern innewohnende veränderung wird mit zufallserscheinungen konfrontiert. abfolge und veränderung sind das ergebnis. in den handgeschöpften papieren stellt das manuelle handwerk und das natürliche material mit all seinen wirkungen, zufälligkeiten, überlagerungen und unvorhersehbaren wirkungen die ganzheitlichkeit von natur und mensch, von gestalterischen kalkül und spontaner handlung wieder her. der kreis schließt sich.

r.m. 1996